Häufig gestellte Fragen-
wir beantworten sie
Sollte die Antwort auf deine Frage nicht dabei sein, dann schreibe uns.
Wir beantworten sie gerne.
JA - Dass der Standortentscheid 2021 auf Plaffeien gefallen ist, bedeutet nicht automatisch, dass dieser Standort heute noch der richtige ist. Die damaligen Analysen wurden unter völlig anderen Rahmenbedingungen durchgeführt – bevor Baukosten, Energiepreise und Nachhaltigkeitsanforderungen massiv gestiegen sind. Ein Entscheid, der auf veralteten Grundlagen beruht, sollte nicht als endgültig betrachtet werden.
Zudem zeigt die eigene Darstellung der Projektträger, dass Plaffeien nicht aufgrund klarer Überlegenheit gewählt wurde: Beide Standorte – Plaffeien und Tafers – wurden als gleichwertig beurteilt. Der Ausschlag gab letztlich nicht die Qualität des Standorts, sondern der Rückzug der Gemeinde Tafers. Ein Rückzug ersetzt jedoch keine objektive Standortwahl.
Auch die unterschiedlichen Konzepte der Gemeinden zeigen, dass die Bewertung stark von den jeweiligen Projektideen geprägt war – nicht zwingend von der regional besten Lösung. Ein Standortentscheid sollte jedoch auf der Frage beruhen, welcher Ort für die gesamte Bevölkerung des Sensebezirks am sinnvollsten, zugänglichsten und langfristig tragfähigsten ist.
Angesichts der heutigen finanziellen Risiken, der hohen Betriebskosten und der veränderten Rahmenbedingungen wäre es verantwortungsvoll, den Standort erneut zu prüfen. Ein Projekt, das alle Gemeinden mitfinanzieren sollen, braucht eine Standortwahl, die auf aktuellen Daten, fairen Voraussetzungen und maximaler regionaler Erreichbarkeit basiert – nicht auf einem Entscheid, der durch den Rückzug einer Gemeinde zustande kam.
JA - Ein einzelnes Schwimmbad verleiht dem Sensebezirk keine echte Stärke – regionale Bedeutung entsteht durch breit zugängliche, nachhaltige und für alle Gemeinden nutzbare Angebote, nicht durch ein teures Grossprojekt, das nur einem Standort dient und den Bezirk weder wirtschaftlich noch touristisch spürbar stärkt.
NEIN - Die Behauptung, der Sensebezirk müsse zwingend ein eigenes Schwimmbad bauen, weil kantonal angeblich zu wenig Wasserflächen vorhanden seien, ist nicht ausreichend belegt. Bevor man ein Millionenprojekt startet, braucht es verlässliche, aktuelle Daten zur tatsächlichen Auslastung bestehender Anlagen – nicht Vermutungen.
Dass das Poya‑Bad in Freiburg seit Jahren diskutiert wird, zeigt vor allem, wie komplex und teuer der Betrieb grosser Schwimmbäder ist. Daraus abzuleiten, der Sensebezirk müsse nun selbst ein solches Projekt stemmen, ist nicht zwingend. Auch der Ersatz älterer Freiburger Anlagen bedeutet nicht automatisch, dass ein Kapazitätsmangel für den Sensebezirk entsteht. Ob tatsächlich zu wenig Wasserflächen zur Verfügung stehen, ist derzeit nicht abschliessend geklärt.
Ein eigenes Grossprojekt als «Unabhängigkeitsstrategie» darzustellen, blendet zudem die erheblichen finanziellen Risiken aus: hohe Investitionskosten, steigende Energiepreise und langfristige Betriebsdefizite. Oft ist eine koordinierte regionale Zusammenarbeit – etwa durch gemeinsame Nutzung oder Modernisierung bestehender Angebote – wirtschaftlich sinnvoller und flexibler als ein einzelnes, teures Bezirksbad.
Bevor man sich auf Jahrzehnte finanziell bindet, sollte klar sein, ob der Bedarf wirklich besteht – und ob es nicht nachhaltigere und kosteneffizientere Alternativen gibt.
JA - Die Aussage, der obligatorische Schwimmunterricht könne nur mit zusätzlichen Wasserflächen im Sensebezirk gewährleistet werden, ist so nicht belegt. Viele Gemeinden nutzen bereits heute bestehende Bäder in der Region – in Düdingen, Freiburg, Marly, Murten oder Bern – und organisieren den Unterricht erfolgreich über Kooperationen und angepasste Stundenpläne.
Dass nicht jedes Kind im Sensebezirk die vollen 10 Lektionen erhält, liegt weniger an fehlenden Wasserflächen als an organisatorischen Faktoren wie Transport, Planung oder Priorisierung innerhalb der Schulen. Bevor ein teures Grossprojekt gebaut wird, sollte geprüft werden, ob effizientere Koordination, bessere Nutzung bestehender Kapazitäten oder regionale Abmachungen das Problem nicht ebenso lösen könnten – und zwar ohne Millioneninvestitionen.
Ein eigenes Schwimmbad als zwingende Voraussetzung darzustellen, verkennt die Realität: Der Lehrplan 21 verlangt Schwimmunterricht, aber nicht zwingend ein eigenes Bezirksbad. Entscheidend ist, dass Kinder schwimmen lernen – nicht, wo genau dies stattfindet.
JA - Die Behauptung, das geplante Sport- und Freizeitbad könne problemlos alle Schülerinnen und Schüler des Sensebezirks aufnehmen, ist nicht belegt. Kapazitätsangaben auf dem Papier ersetzen keine realistische Analyse von Transportzeiten, Unterrichtsplanung, Beckenverfügbarkeit und parallelen Nutzergruppen wie Vereinen, Öffentlichkeit oder Kursangeboten.
Gerade Schulschwimmen erfordert verlässliche Zeitfenster am Vormittag – genau jene Zeiten, in denen ein Bad erfahrungsgemäss am stärksten ausgelastet ist. Selbst wenn theoretische Reserven bestehen, heisst das nicht, dass diese praktisch nutzbar sind.
Zudem ist der Standort Plaffeien für viele Gemeinden weit entfernt, was längere Reisezeiten, höhere Kosten und organisatorische Hürden bedeutet. Ein Angebot, das für einen grossen Teil der Schulen schwer erreichbar ist, kann seine Kapazitäten gar nicht voll für den Unterricht bereitstellen.
Bevor man von ausreichenden Reserven spricht, braucht es belastbare, unabhängige Kapazitätsberechnungen, die reale Bedingungen berücksichtigen – nicht nur optimistische Annahmen.
NEIN - Die Annahme, dass zusätzliche Gewerbe- und Arbeitsflächen automatisch zu höheren Eintrittszahlen und damit zu einer nachhaltigen Finanzierung führen, ist spekulativ. Ein Schwimmbad bleibt in erster Linie ein kostenintensiver Betriebszweig, dessen Defizite nicht einfach durch Mantelnutzungen kompensiert werden können – zumal unklar ist, ob sich die vorgesehenen Gewerbeflächen überhaupt langfristig vermieten lassen und ob sie tatsächlich zusätzliche Besucher generieren.
Auch die Vorstellung, eine Bündelung verschiedener Nutzungen mache den Standort automatisch wirtschaftlich tragfähig, greift zu kurz. Mehr Nutzungen bedeuten auch mehr Investitionskosten, mehr Risiko und höhere laufende Aufwände, ohne Garantie, dass die erwarteten Synergien eintreten.
Eine solide Finanzierung kann nicht auf optimistischen Annahmen beruhen, sondern braucht belastbare Nachfrageprognosen und realistische Wirtschaftlichkeitsberechnungen – beides liegt bislang nicht überzeugend vor.
NEIN - Es bestehen keine unterschriebenen Verträge. Die Einbindung von Migros und Denner in die frühen Planungen garantiert noch keine langfristige wirtschaftliche Stabilität. Absichtserklärungen sind keine Mietverträge, und selbst ein unterschriebener Vertrag schützt nicht vor späteren Anpassungen, Rückzügen oder veränderten Marktbedingungen. Der Detailhandel steht seit Jahren unter starkem Druck – Filialschliessungen, Flächenreduktionen und strategische Neuausrichtungen sind keine Ausnahme.
Zudem ist unklar, ob die geplanten Gewerbeflächen am Standort Plaffeien tatsächlich die erwartete Kundenfrequenz generieren können. Ein Schwimmbadstandort ist nicht automatisch ein attraktiver Retailstandort, und die wirtschaftliche Tragfähigkeit von Mantelnutzungen hängt stark von Lage, Erreichbarkeit und regionaler Nachfrage ab.
Sich bei einem Millionenprojekt auf die Zusagen einzelner Retailer zu verlassen, birgt erhebliche Risiken. Eine solide Finanzierung muss auf belastbaren, unabhängigen Wirtschaftlichkeitsanalysen beruhen – nicht auf optimistischen Erwartungen an künftige Mieter.
ZULETZT DER STEUERZAHLER - Die Finanzierung der Mantelnutzung durch einen institutionellen Investor klingt auf den ersten Blick stabil, doch ein Baurechtsmodell garantiert weder langfristige Einnahmen noch wirtschaftliche Sicherheit. Baurechtszinsen sind zwar planbar, aber sie decken die hohen Betriebs- und Unterhaltskosten eines Schwimmbads bei weitem nicht.
Zudem bleibt unklar, ob die Mantelnutzung am Standort Plaffeien langfristig attraktiv genug ist, um dauerhaft stabile Mieterträge zu sichern. Ein institutioneller Investor trägt zwar die Baukosten, doch das wirtschaftliche Risiko der Gesamtanlage – inklusive möglicher Leerstände oder Anpassungen – bleibt indirekt bei der öffentlichen Hand, da das Schwimmbad selbst dauerhaft defizitär sein dürfte.
Ein Baurecht schafft somit keine echte finanzielle Entlastung, sondern lediglich den Eindruck von Sicherheit. Für ein Millionenprojekt braucht es belastbare Wirtschaftlichkeitsanalysen, nicht die Hoffnung, dass Mantelnutzungen langfristig alle Risiken abfedern.
KOSTEN 15.77 MIO. PLUS BETRIEBSKOSTEN ÜBER 250'000 FRANKEN PRO JAHR - Die Darstellung, der Investitionskostenbeitrag sei für alle Gemeinden problemlos tragbar, blendet wesentliche Risiken aus. Eine Abschreibung über 25 Jahre mag buchhalterisch sauber wirken, ändert aber nichts daran, dass die Gemeinden über Jahrzehnte finanziell gebunden werden – unabhängig von ihrer zukünftigen Entwicklung, Steuerkraft oder anderen Investitionsbedürfnissen.
Auch der Hinweis, der jährliche Betriebskostenbeitrag sei als Kapitalbetrag bereits eingerechnet, schafft keine echte Entlastung. Ein einmaliger Betrag ersetzt keine jährlich wiederkehrenden Defizite, denn der laufende Betrieb eines Schwimmbads verursacht dauerhaft hohe Kosten, die weit über den pauschal eingerechneten 250'000 Franken liegen können – insbesondere angesichts steigender Energiepreise, Unterhaltskosten und Personalaufwände.
Zudem bleibt unklar, wie realistisch die langfristigen Kostenannahmen sind. Ein Projekt dieser Grössenordnung bindet Mittel, die Gemeinden für Schulen, Infrastruktur, Pflege, Verkehr oder Digitalisierung benötigen könnten. Von „tragbar“ zu sprechen, ohne die Opportunitätskosten zu berücksichtigen, greift zu kurz.
Eine verantwortungsvolle Finanzplanung verlangt realistische Szenarien, transparente Risiken und die Frage, ob ein solches Grossprojekt tatsächlich die beste Verwendung knapper öffentlicher Mittel darstellt.
DER STEUERZAHLER IN PLAFFEIEN - Die Zustimmung der Gemeinde Plaffeien zu einer jährlichen Defizitgarantie von 200'000 Franken zeigt vor allem eines: Schon heute ist klar, dass das Schwimmbad nicht kostendeckend betrieben werden kann. Eine solche Garantie mag lokal politisch beschlossen sein, doch sie ändert nichts daran, dass die langfristigen finanziellen Risiken letztlich alle Gemeinden des Sensebezirks betreffen.
Zudem ist unklar, ob die zugesagte Summe angesichts steigender Energiepreise, Unterhaltskosten und Personalaufwände überhaupt ausreichen wird. Erfahrungsgemäss liegen die realen Betriebsdefizite von Hallenbädern deutlich höher, was bedeutet, dass zukünftige Mehrkosten zwangsläufig auf die öffentliche Hand zurückfallen.
Eine Defizitgarantie schafft daher keine finanzielle Sicherheit – sie bestätigt lediglich, dass das Projekt dauerhaft subventioniert werden muss. Für ein regionales Grossprojekt, das alle Gemeinden mitfinanzieren sollen, ist das ein erhebliches Risiko.
NEIN - Die dargestellte Finanzierung klingt solide, doch sie beruht auf mehreren Annahmen, die keineswegs garantiert sind. Ein jährlicher Betriebskostenbeitrag der Oberlandgemeinden von knapp 94'000 Franken mag fix erscheinen, doch er deckt nur einen kleinen Teil der tatsächlichen Betriebsrisiken eines Schwimmbads ab. Zudem ist unklar, ob alle Gemeinden diese Belastung langfristig tragen können – insbesondere bei steigenden Kosten oder veränderten Prioritäten.
Auch die Baurechtszinsen von 150'000 Franken wirken stabil, doch sie hängen direkt davon ab, ob die Mantelnutzung wirtschaftlich funktioniert und dauerhaft vermietet bleibt. Sollte es zu Leerständen oder Marktveränderungen kommen, trägt die öffentliche Hand indirekt das Risiko, da das Schwimmbad selbst strukturell defizitär bleibt.
Der umgerechnete Beitrag von 250'000 Franken, der nun als einmaliger Investitionsbetrag in die Gesamtkosten eingeflossen ist, schafft ebenfalls keine echte Entlastung. Ein einmaliger Kapitalbetrag ersetzt keine langfristige Betriebssicherheit, und er ändert nichts daran, dass das Bad über Jahrzehnte hohe laufende Kosten verursachen wird.
Die Aussage, dank dieser Konstruktion könne vollständig auf Fremdfinanzierung verzichtet werden, wirkt positiv – doch sie verschiebt das Risiko lediglich auf die Gemeinden, die sich mit hohen Investitions- und Betriebskosten langfristig binden. Eine nachhaltige Finanzierung braucht realistische Szenarien, unabhängige Wirtschaftlichkeitsanalysen und eine ehrliche Betrachtung der Risiken – nicht nur optimistische Modellrechnungen.
ZU WENIG - Die prognostizierte Jahresfrequenz von 100'000 Eintritten basiert auf Annahmen, die trotz angeblich „konservativer“ Berechnung nicht unabhängig überprüft wurden. Die Herleitung aus 60 % des regionalen Potenzials bleibt eine Modellrechnung – keine Garantie. Ob diese Besucherzahlen tatsächlich erreicht werden, hängt von vielen Faktoren ab: Erreichbarkeit, Preisgestaltung, Konkurrenzangebote, Saisonalität, Schulorganisation und der realen Nachfrage nach Wellness- und Freizeitangeboten im Oberland.
Der Vergleich mit dem Schwimmbad Marly ist nur bedingt aussagekräftig. Marly liegt in einem deutlich dichter besiedelten Gebiet, mit kürzeren Wegen, höherer Grundfrequenz und einem anderen Einzugsgebiet. Dass ein Sportbad dort 88'000 Eintritte erzielt, bedeutet nicht, dass ein Bad in Plaffeien automatisch mehr Besucher anzieht – selbst mit zusätzlichen Attraktionen.
Erfahrungen aus anderen Regionen zeigen, dass Eintrittsprognosen bei neuen Bädern oft zu optimistisch ausfallen, während Betriebskosten regelmässig unterschätzt werden. Für ein Projekt dieser Grössenordnung braucht es daher belastbare, unabhängige Nachfrageanalysen – nicht Vergleiche, die strukturelle Unterschiede ausblenden.
NEIN - Dass es in der Schweiz einzelne kostendeckende Hallenbäder gibt, bedeutet nicht, dass dieses Modell auf Plaffeien übertragbar ist. Burgdorf ist ein Sonderfall mit deutlich grösserem Einzugsgebiet, besserer Erreichbarkeit und einer anderen regionalen Struktur. Ein Ausnahmebeispiel als Referenz für ein Bad im Sense-Oberland heranzuziehen, ist daher wenig aussagekräftig.
Auch die Expertise eines Beratungsunternehmens garantiert keinen wirtschaftlich erfolgreichen Betrieb. Berater können Konzepte entwickeln – aber sie tragen weder das finanzielle Risiko noch die langfristigen Betriebskosten. Entscheidend ist nicht, wie gut ein Konzept auf dem Papier aussieht, sondern ob die Nachfrage, die Erreichbarkeit und die regionale Struktur tatsächlich ein kostendeckendes oder zumindest tragbares Modell ermöglichen.
Gerade in ländlichen Regionen zeigt die Erfahrung, dass Schwimmbäder dauerhaft hohe Defizite verursachen, unabhängig davon, wie professionell sie geplant wurden. Ein Verweis auf einzelne Erfolgsbeispiele ersetzt keine realistische, unabhängige Wirtschaftlichkeitsprüfung für den konkreten Standort Plaffeien.
ÜBER 47.07 MIO. - Die Aufteilung der Kosten in Sport- und Freizeitbad wirkt zwar klar strukturiert, doch die Gesamtinvestition von über 47.07 Millionen Franken bleibt für den Sensebezirk dieselbe finanzielle Belastung – unabhängig davon, wie die Teilprojekte intern verbucht werden. Die Aussage, dass mit 15.77 Millionen lediglich der Lehrplan‑21‑Auftrag gesichert werde, verschleiert, dass das Gesamtprojekt nur als Einheit funktioniert und die Gemeinden letztlich für die gesamte Infrastruktur mitverantwortlich sind.
Zudem ist es irreführend zu behaupten, der Mehrzweckverband beteilige sich nicht am Freizeitbad. Die Gemeinden finanzieren das Projekt über den Investitionsbeitrag und tragen damit indirekt auch die Kosten der Freizeitkomponenten, denn ohne diese wäre das Projekt in der geplanten Form gar nicht realisierbar.
Die Trennung zwischen Sport- und Freizeitteil mag politisch nützlich sein, ändert aber nichts an der Realität: Die Gemeinden tragen ein finanzielles Risiko für ein Gesamtprojekt, dessen langfristige Betriebskosten und Nachfrage unsicher sind. Eine ehrliche Beurteilung muss die gesamte Investition und die damit verbundenen Verpflichtungen berücksichtigen – nicht nur den Teil, der sich auf den Schulschwimmunterricht bezieht.
Besonders brisant: Die Gemeinde ist seit Jahren dafür bekannt, Projekte unzureichend zu planen und später Nachtragskredite zu verlangen. Diese Zusatzkosten treiben Investitionen regelmässig weit über die ursprünglichen Ansätze hinaus – ein Risiko, das auch dieses Grossprojekt erheblich verteuern könnte.
ÜBER 47.07 MIO. - Die Gesamtkosten von über 47 Millionen Franken bleiben eine erhebliche finanzielle Belastung – unabhängig davon, wer welchen Teil finanziert. Dass ein privater Investor die Mantelnutzung und die Einstellhalle übernimmt, reduziert zwar die unmittelbaren Baukosten für die öffentliche Hand, doch das wirtschaftliche Risiko des Kernprojekts – des Schwimmbads – bleibt vollständig bei den Gemeinden und somit beim Steuerzahler.
Private Investoren engagieren sich nur, wenn sich ihre Flächen langfristig rentieren. Sollten die Mantelnutzungen nicht wie geplant funktionieren oder sich der Markt verändern, trägt der Investor zwar das direkte Risiko, doch die öffentliche Hand bleibt mit einem teuren, dauerhaft defizitären Bad zurück. Die finanzielle Tragfähigkeit des Gesamtprojekts hängt also weiterhin stark von optimistischen Annahmen ab.
Zudem darf nicht übersehen werden, dass die Mantelnutzung und die Einstellhalle integrale Bestandteile des Projekts sind. Ohne sie wäre das Bad in dieser Form nicht realisierbar – und ohne das Bad gäbe es keinen Anlass für den Investor. Die Trennung zwischen „privat finanziert“ und „öffentlich finanziert“ ist daher politisch nützlich, aber wirtschaftlich wenig relevant.
Am Ende bleibt: Die Gemeinden tragen die langfristigen Betriebs- und Folgekosten eines Projekts, dessen Erfolg stark von externen Faktoren abhängt. Eine solide Entscheidungsgrundlage braucht mehr als die Hoffnung auf funktionierende Mantelnutzungen.
Diese Webseite verwendet Cookies. Hier kannst du auswählen, welche Cookies du zulassen willst und deine Auswahl jederzeit ändern. Klickst du auf 'Akzeptieren', stimmst du der Verwendung von Cookies zu.